Schweigende Manager

Dr. Ulrich Bauhöfer, Arzt und Meditationslehrer, ist der Überzeugung „wir laufen auf eine große Meditationswelle zu, weil die Leute das brauchen.“ Meditation – lange Zeit ein Relikt aus der Esoterik-Ecke – ist inzwischen wissenschaftlich erforscht und auf dem Siegeszug durch die Führungsetagen. Bauhöfer stellt klar: „Da ist null Esoterik im Spiel.“ Vielmehr gehe es darum, den menschlichen Körper als biologisches Unternehmen zu betrachten und zu erkennen, dass das Geheimnis von Führungsstärke (sowohl im Innen als auch im Außen) im intelligenten Energiemanagement liegt. Während zu meditieren für altgediente Führungskräfte noch eine Revolution bedeutet, ist es für den Führungsnachwuchs inzwischen so selbstverständlich wie Joggen. Seelische Fitness steht hoch im Kurs in einem sich schnell verändernden Umfeld. Der beste Quell kreativer und innovativer Ideen liegt in uns selbst. Meditation unterstützt uns dabei, ruhig zu werden und nach Innen zu lauschen. Das stille Sitzen hat positive Auswirkungen auf die Steuerung unserer Emotionen, Gesundheit, Wahrnehmung und unseres Verhaltens – kurzum auf alles was uns dabei unterstützt, die Herausforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern.

Wie populär und wissenschaftsfähig sich Meditation mittlerweile positioniert, lässt nicht zuletzt der interdisziplinäre Kongress zur Meditations- und Bewusstseinsforschung erahnen, der seit 2010 in zweijährigem Turnus in Berlin stattfindet und daher in 2020 bereits in seine sechste Runde geht.

Krisen souverän meistern

Der Begriff Resilienz steht für unsere Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Auch wenn der Grundstein dafür, wie kreativ und selbstbestimmt wir die Herausforderungen unseres Lebens meistern, bereits in der Kindheit gelegt wird, kann man seine psychische Widerstandskraft lebenslang trainieren und entwickeln. Voraussetzung ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, den persönlichen Gedankenmodellen und individuellen Bewältigungsstrategien. Das Ausmaß an Resilienz ist abhängig von unserem Selbstwert, unserem Optimismus und unserer Gestaltungsfreude, mit der wir belastenden Einflüssen begegnen. Es gibt kein Patentrezept zur Steigerung der Resilienz, jedoch eine große Auswahl an Wegen und Möglichkeiten, die als 7 Säulen der Resilienz definiert werden.

1. Säule: Akzeptanz

Das heißt, schwierigen Situationen aktiv – statt mit der Vogel-Strauß-Taktik – zu begegnen und sich seinen Ängsten zu stellen, um gestärkt aus einer Krise hervorzugehen.
Unterstützungsfrage: Was kann im schlimmsten Fall passieren und wie wahrscheinlich tritt dieser ein?

2. Säule: Glaube an sich selbst (Selbstwirksamkeit)

Wer die Erfahrung gemacht hat, Krisen bewältigen zu können, der ist auch bereit, die Initiative zu ergreifen, um Herausforderungen selbstbewusst und aktiv anzupacken.
Unterstützungsfrage: In welchen schwierigen Situationen habe ich meine Selbstwirksamkeit schon erfolgreich unter Beweis gestellt und die damit verbundenen Herausforderungen gemeistert?

3. Säule: Ausrichtung auf die Zukunft

Resiliente Menschen begreifen Veränderungen als Chance und verfügen über funktionierende Mechanismen zur Stressbewältigung. Sie betrachten Stress als das, was er ist: Eine Anpassungsreaktion unseres Körpers auf Veränderungen.
Unterstützungsfrage: Weshalb weigere ich mich, meine Komfortzone zu verlassen und mich selbstbewusst auf neue Herausforderungen einzulassen?

4. Säule: Optimismus

Mit einer positiven Grundeinstellung meistert man fordernde Situationen leichter und geht gestärkt aus Krisen hervor. Wenn wir erkennen, dass unsere Emotionen durch unsere Gedanken beeinflusst werden, gelingt es leicht, das Kopfkino so zu verändern, dass es positiv auf unseren Gefühlshaushalt einwirkt. Zudem stärkt Dankbarkeit für alle guten Dinge des Lebens unsere positive Weltsicht.
Unterstützungsfrage: Wofür kann ich in meinem Leben aufrichtig dankbar sein?

5. Säule: Lösungsorientierung

Wenn wir uns bemühen, unseren Fokus vom Problem abzuziehen und uns auf mögliche Lösungswege zu konzentrieren, erhalten wir freien Blick auf unterschiedliche Bewältigungsstrategien. Statt Energie aufzuwenden, um Situationen oder Menschen zu verändern, nutzen wir unsere Energie für die Veränderung der eigenen Person.
Unterstützungsfrage: Was trage ich selbst dazu bei, was mich gerade belastet/herausfordert?

6. Säule: Intaktes soziales Netzwerk

Ein intaktes soziales Netzwerk zu pflegen bedeutet, ein Beziehungskonto zu führen. Wir müssen uns im Klaren sein, wie wir Guthaben auf unserem Beziehungskonto anhäufen können und dass wir mit dem Einholen von Unterstützung, Rat und Hilfe Abhebungen vornehmen.
Unterstützungsfrage: Bin ich bereit, in Krisensituationen um Unterstützung zu bitten und sie auch anzunehmen?

7. Säule: Achtsamkeit

Achtsamkeit hilft uns, im Hier und Jetzt zu verweilen, ohne den Moment zu bewerten. Wenn wir eine achtsame Haltung kultivieren, steigern wir unser Wohlbefinden und unsere Lösungskompetenz.
Unterstützungsfrage: Wie häufig halte ich im Tagesverlauf inne, um zu erkennen, was meiner Aufmerksamkeit bis dahin entgangen ist?

SYSTEM ERROR

Impulsfrage: Sind wir tatsächlich bereit für den Kapitalismus alles zu opfern?

Als Mitglied des Deutschen Netzwerks für Wirtschaftsethik empfehle ich den Dokumentarfilm SYSTEM ERROR, der einen Ausblick die Zukunft des Kapitalismus und damit die unserer Gesellschaft bietet:  
Der zweifache Grimme Preis-Träger Florian Opitz macht sich auf die Suche nach einer Erklärung für einen der großen Widersprüche unserer Zeit: Warum sind wir so besessen vom Wirtschaftswachstum, obwohl wir wissen, dass es uns am Ende schadet? SYSTEM ERROR beleuchtet bisher häufig verborgen gebliebene Zusammenhänge und legt die selbstzerstörerischen Zwänge des Systems offen – eines Systems, an dem wir alle teilhaben, als Beschäftigte, Anleger oder Konsumenten. Denn der Kapitalismus durchdringt unaufhörlich immer mehr Lebensbereiche, verschlingt die Natur und gräbt sich am Ende selbst das Wasser ab.

Link zum Film:

https://www.systemerror-film.de

Es ist mir ein Bedürfnis …

Sie stecken in einem Dilemma? Innerlich und Äußerlich? Dafür kann es viele Gründe geben. In der Regel suchen wir den Schuldigen im Außen. Wenn sich das Umfeld oder unsere Mitmenschen so verändern würden, wie wir es uns wünschen, dann wäre alles in bester Ordnung. Da dieser Wunsch nur mit Hilfe einer Fee oder eines Zauberers in Erfüllung geht (und es die nicht gibt), bleibt uns nichts anderes übrig, als selbst eine Lösung herbeizuführen, wenn wir nicht dauerhaft in unangenehmen Situationen verweilen wollen.

Ein hilfreicher Ansatz hierfür können unsere Bedürfnisse sein. Ein Bedürfnis ist ein allgemein anerkanntes Bestreben und unterscheidet sich von unseren Wünschen dadurch, dass letztere schon den Weg zur Erfüllung unserer Bedürfnisse implizieren. Auch wenn wir uns das in der Regel nicht vorstellen können (denn wir wissen schließlich, wie die Welt funktioniert), so gibt es in der Tat aber meist viele Wege zum Ziel, auch zur Befriedigung unserer Bedürfnisse.

An der Weggabelung steht meist jedoch kein eindeutiger Wegweiser. Als solcher dient die Einteilung in 4 verschiedene Bedürfnisbereiche, die unser aller Leben in unterschiedlicher Ausprägung beeinflussen: Sicherheit – Verbundenheit – Selbstverwirklichung – Entspannt sein. 

Sobald wir in schwierigen Lebenssituationen feststecken, kann ein Blick darauf helfen, welches Bestreben uns gerade antreibt. Schwierigkeiten entstehen entweder 1. durch widerstreitende Bedürfnisse oder 2. die Überhöhung einzelner Bedürfnis-Bereiche und die gleichzeitige Vernachlässigung der anderen. Oftmals schaffen wir es auch nicht, 3. unsere Bedürfnisse in unseren unterschiedlichen Rollen klar zu differenzieren. Das heißt wir setzen in bestimmten Situationen auf das falsche Bedürfnis-Pferd.

Alle 3 Varianten sind dem geschuldet, was wir aufgrund von Erziehung, Gesellschaft und persönlichen Erfahrungen als richtig oder falsch, gut oder schlecht erachten. Die mit unseren Prägungen verbundenen Gefühle drängen uns zur Befriedigung bestimmter Bedürfnisse, ohne dass wir diese hinterfragen. Beobachten Sie daher genau, was Ihnen in welcher Situation wichtig ist. Die Selbstverwirklichung im Beruf kann befriedigend sein, das gleiche Bedürfnis mit der selben Intensität in der Partnerschaft zu verfolgen, führt unter Umständen zu Problemen. Die Verbundenheit zu lieben Menschen tut uns gut, wenn wir aber von allen gemocht und geschätzt werden wollen, gleicht das einem Kampf gegen Windmühlenflügel. Wenn wir von Ängsten getrieben sind und die Sicherheit über alles stellen, bleiben alle anderen Bedürfnisse auf der Strecke und unser Leben gerät in eine Schieflage.

Machen Sie sich Gedanken, ob in Ihrem Leben alle vier Bedürfnisbereiche ausgeglichen und harmonisch bedient werden. Falls nein, ist es an der Zeit etwas zu verändern.

Resilienz – Dagegenhalten ist gefragt

Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern. (Samuel Beckett)

Lebensfreude und Erfolg – in Berufs- und Privatleben – in Balance zu halten, ist in Zeiten umfassender Veränderungen und zunehmender Komplexität eine große Herausforderung. Resilienz unterstützt bei diesem Balanceakt. Der Begriff umfasst die Entwicklung von innerer Stärke, Widerstandsfähigkeit und Gelassenheit in Belastungssituationen. Resilienz hilft auch, Schwierigkeiten als Chance für persönliche Entwicklung zu begreifen und neue Wege zu gehen. Wer über seinen Schatten springt und einengende Muster hinterfragt, gewinnt im Gegenzug ein Mehr an Freude, Energie und Lebensqualität.

Duft der Zeit

(Auszug aus modernlifeschool)

Ach Du liebe Zeit, was machen wir mit Dir? Die Komplexität des Lebens nimmt immer weiter zu. Zusammen mit ihrer Schwester, der Beschleunigung, ist sie das Merkmal der Moderne. Können wir beiden überhaupt entkommen?

Ein Gegenentwurf könnte das Verweilen sein. Doch schon bei der Ausarbeitung dieser Class tappten wir immer wieder in die Ablenkungsfalle. Dabei klingt es doch so leicht – Verweilen. Das klingt nach Ruhe, nach Müßiggang und nach einer Tasse Tee. Es duftet ein wenig nach Achtsamkeit. Obwohl, auch die ist schon langsam zu einem dieser Modeworte geworden, ähnlich wie die Nachhaltigkeit oder die Meditation, ohne die kein Lifestylemagazin heute mehr auskommen mag.

Doch zurück zum Verweilen. Es ist fast wie immer. Während wir versuchen uns einer Sache zu widmen, werden wir abgelenkt. Gedanken schwirren umher, wir checken E-Mails, lauschen Adele im Radio, denken an die nächste Low-Carb-Mahlzeit und versenden noch schnell die nächste wichtige SMS. Eine nervöse Unruhe, die die Zeit schwirren lässt. Uns ist die Fähigkeit abhanden gekommen, Dinge abzuschließen: Multitasking – schon wieder so ein Reizwort. Vor ein paar Jahren noch als Fähigkeit gelobt, wissen wir es heute besser. Wer viel gleichzeitig macht, macht nichts richtig.

Sie merken wie schwer es ist, das Verweilen? Dabei spüren wir es genau: wir brauchen sie dringend, diese Zeit der Kontemplation. Die Beschleunigung bringt keine sinngebende Ganzheit, sondern lässt das Leben nur ungerichtet von einer Möglichkeit zur anderen „schwirren“. Thomas von Aquin befand das Leben gar ohne jeden kontemplativen Moment als verarmt. Und schon bei Aristoteles war die Muße untrennbar mit einem guten glücklichen Leben verbunden.

Lust auf Verweilen? Mehr dazu unter https://www.modernlifeschool.org/school-events/events/Duft_der_Zeit.php?termin=06.04.2017

Ein Rosen-Experiment

Bei der Betrachtung einer Rose läßt sich der Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung wunderbar wahrnehmen. Wozu, werden Sie sich vielleicht fragen, soll das wichtig sein? Dieser Wechsel, von unserem rastlosen Strom analytischer Gedanken zu einem intuitiven Erkennen, ist ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung von Stress.

So wie es möglich ist, eine Rose auf zweierlei Arten zu betrachten, gelingt dies mit einem gewissen Maß an Bewusstheit auch in unserem täglichen Erleben. Der temporäre Ausstieg aus dem Alltagsbewusstsein mit seinen Bewertungen, Abwägungen, Fiktionen und Überlegungen entlastet uns und unseren Organismus. Es entstehen Freiräume für neue Ideen, veränderte Eindrücke und kreative Lösungswege. Eine achtsame innere Haltung kann uns vor Stress schützen oder aber hilfreich sein, uns aus stressbehafteten Lebenssituationen zu befreien.

Das Rosen-Experiment:

1. Betrachten Sie die Rose ganz genau. Untersuchen Sie die Form der Blätter, der Blüte, kontrollieren Sie die Biegung der Blütenblätter, schauen Sie nach kleinen Defekten, definieren Sie die Farbe der Rose. Analysieren Sie alles ganz genau und benennen Sie Ihre Wahrnehmung.

2. Lassen Sie Ihren Blick weniger fokussiert werden. Schauen Sie ohne Anspannung auf die Blume. Nehmen Sie die Schönheit wahr, den Duft, die Perfektion und achten Sie auf das Gefühl, das der Anblick in Ihnen auslöst.

3. Wechseln Sie zwischen den beiden Betrachtungszuständen einige Male hin und her, um den Unterschied deutlicher zu erleben.

(Auszug aus Psychologie des Bewusstseins, Band 7, Wilfried Belschner)

 

 

Wie klingen Tulpen?

Wie klingen Tulpen? Haben Sie sich darüber schon einmal Gedanken gemacht? Zu hören gibt es das auf der CD Pflanzenmusik – www.florasonium.de

Doch viel wichtiger als der Hörgenuss ist die Erkenntnis, dass Tulpen tatsächlich Lebensenergie besitzen. Das, was in der Regel nur unser Auge und vielleicht noch unsere Nase (Duft der Blüten) wahrnimmt, ist nur ein Teil der Wahrheit, der eine Tulpe ausmacht. Das, was mit unseren Sinnen erfahrbar ist. Darüber hinaus gibt es etwas, dass sich unserer offensichtlichen Wahrnehmung nicht offenbart. Dazu braucht es ein Stillwerden und Fühlen oder wie bei der Pflanzenmusik die Unterstützung eines EEG. Egal wie wir die Ganzheit der Tulpen erfassen, es ist ein ergreifender Moment. Ich lade Sie ein, diese Erfahrung mit mir zu teilen und darüber nachzudenken, dass auch Menschen mehr sind, als auf den ersten Blick ersichtlich wird.

Weitere wertvolle Erkenntnisse habe ich auf einem Workshop der Kooperative Werden an der Nordsee gewonnen. Renommierte Wissenschaftler lieferten nicht nur aufschlussreiche Informationen zum Thema Bewusstsein und Bewusstseinsentwicklung, sondern luden zu Meditation und achtsamer Erfahrung ein. Allein diese Tatsache ist eine Sensation. Ganz erfüllt von den Erfahrungen und Erkenntnissen werde ich meine nächsten Blogs diesem Thema widmen. Wie dieses Mal die Tulpe, spielt im nächsten Blog eine Rose die Hauptrolle.

Bestellung der CD Springtime unter https://www.ppstudios.de

Näheres zum Thema unter https://www.florasonium.de/CD_Springtime.html