Arbeitsqualität Change Leadership & Management Magazin

Chef der größten deutschen Strategieberatung fordert mehr weibliche Topmanager

„Männlich“ und „Weiblich“ stehen für zwei sich ergänzende Prinzipien. Dies sind die zwei Seiten einer Medaille in jedem Menschen – unabhängig vom Geschlecht. Aus der Harmonie beider Prinzipien entstehen Entscheidungen, die sowohl materiellen Überlegungen als auch sozialen und ökologischen Aspekten gleichermaßen gerecht werden. Ein Muss für die Führungskräfte von morgen.

In östlichen Betrachtungen spielen die beiden Pole „männlich – weiblich“ als Yin und Yang eine wichtige Rolle als Einheit. In unserer westlichen Gesellschaft ging das Bewusstsein hierfür verloren.

Zwar verfügen Frauen heute über Rechte und Möglichkeiten, die vor hundert Jahren noch unvorstellbar waren. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gesellschaft dies auch uneingeschränkt befürwortet. Frauen sind heute gut ausgebildet und beruflich erfolgreich, doch bedarf es hierzu überwiegend des Einsatzes männlicher Attribute wie Zielorientierung, Machtanspruch und Durchsetzungskraft. Weibliche Qualitäten wurden bislang allenfalls in sozialen und helfenden Berufen als notwendig eingestuft, jedoch drückt sich in der Bezahlung der dort tätigen Frauen und Männer die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung dafür aus.

Unter dem Stichwort „Emotionale Führung“ bahnt sich das weibliche Prinzip allmählich den Weg in die Führungsetagen.

Dies wertet das ZEITmagazin in seinem März-Sonderheft ZEITmann als Fortschritt, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dieser Fortschritt in bestimmten Branchen noch keinen Einzug gehalten hat. Die „klassischen Businesspyramiden männlichen Elends“ fänden sich vorwiegend in Banken, Autokonzernen, Kanzleien von Wirtschaftsanwälten und der katholischen Kirche. Geprägt von Karriere, Konkurrenz und Zahlendruck bleiben Dank und Anerkennung ebenso auf der Strecke wie Humor und alles, „was sich unter dem schönen Wort LEBEN subsumieren lässt.“ Sabine Rückert, eine der ZEITmann-Autorinnen, weist explizit darauf hin, dass es dabei weniger um Personen als um Prinzipien geht:

„Auch Männer können das weibliche Prinzip des aufmerksamen Integrierens verkörpern und Frauen das männliche des zielgerichteten Wettbewerbs. Arbeiten sie im Team zusammen, wechseln sie einander auch in der Repräsentanz der Prinzipien ab.“

Votum der deutschen Wirtschaft für die Frauenquote, Managermagazin 2014