Wert oder Werte?

Im Jahr 2018 erachten Führungskräften Vertrauen, Fairness und umsichtige Verantwortung als die wichtigsten Werte in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Mitarbeitern. Ergebnisorientiertes Arbeiten basiert ihrer Einschätzung nach auf Teamwork und Kooperation, in Verbindung mit dem Streben nach Innovation. Der digitale Wandel bedeutet sowohl Chance als auch Risiko und bedarf vor allem der Offenheit für Neues und der Veränderungsbereitschaft.

Führungskräfte stehen in der Verantwortung, mit ihren Teams Ziele zu erreichen und darüber „Wert“ für das Unternehmen zu generieren. Voraussetzung dafür, dass monetärer Wert entstehen kann, ist das Initiieren einer „Werte-orientierten“ Zusammenarbeit. Basis sind jene Werte, die Führungskräfte vorleben, ihren Entscheidungen zugrunde legen oder in der Zusammenarbeit als erstrebenswert erachten. Seit 2006 ermittelt die Initiative Werte Bewusste Führung e. V., wie sich Werte in Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln. 2018 legte die Befragung den Fokus auf die Fragestellungen

  • Welches Denken bzw. welche »Köpfe« braucht erfolgreiche und zukunftsorientierte Führung in Zeiten der digitalen Veränderung?“
  • „Welches Führungsverständnis – welche Werte und Haltungen – halten Führungskräfte der deutschen Wirtschaft für wichtig, um Menschen unter den sich verändernden gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen erfolgreich zu führen?“

Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier:

Wertorientierte Führung

Selbstmanagement – Selbstreflexion

Im letzten Blog zum Thema Selbstmanagement geht es um dich selbst. Egal welche Methoden du wählst, sie sind nur so gut wie das, was du daraus machst. Daher ist es für den persönlichen Erfolg unabdingbar, regelmäßig Selbstreflexion zu betreiben:

„Warum tue ich etwas und mit welchem Energieeinsatz ist das verbunden?“

Häufig messen wir allem was wir tun, den gleichen Stellenwert zu. Für erfolgreiches Selbstmanagement müssen wir uns selbst verstehen und erkennen, was und aus welchem Grund uns etwas motiviert. Unseren Blick für das Wesentliche zu schärfen und uns auf die eigenen Zukunftsperspektiven zu fokussieren schützt davor, sich in Details und Nebensächlichkeiten zu verlieren.

Zeitfresser eliminieren

Durch das ständige Checken von Mails und Nachrichten in unseren Netzwerken vergeuden wir viel Zeit. Laut Meinung von Experten brauchen wir nach jeder Unterbrechung ungefähr 5 Minuten unserer Zeit, um uns wieder konzentriert anstehenden Tätigkeiten zu widmen.

Sich selbst wichtige Fragen beantworten

  • Passt das, was ich tue, zu meinen persönlichen Zielen und Zukunftsperspektiven?
  • Kenne ich meine persönlichen Stärken und nutze ich diese in vollem Umfang?
  • Bin ich bei Bedarf bereit um Unterstützung zu bitten?
  • Wer – außer mir – stellt Erwartungen an mich und muss ich diese erfüllen?
  • Was passiert im schlimmsten Fall, wenn ich darauf verzichte?
  • Agiere ich selbstbestimmt oder reagiere ich nur?
  • Was hilft mir, mich zu regenerieren und sowohl körperlich als auch mental gesund zu bleiben?
  • Was tue ich – und in welchem Umfang – das nicht zielgerichtet ist und einfach nur Spaß macht?

Kreativität und Spaß integrieren

Wir müssen keine Meisterwerke erschaffen. Aber wir können bei der Erledigung von Aufgaben, beim Weg ins Büro auch neue und andere Wege einschlagen. Es macht Spaß, aus eingefahrenen Routinen auszubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Der damit gewonnene neue Blick auf die Dinge führt oft zu überraschenden Ergebnissen.

Flow erleben

Als FLOW bezeichnet man das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustands völliger Vertiefung (Konzentration) in einer Aufgabe, die sich wie von selbst erledigt. Um in diesen Zustand einzutauchen, bedarf es fokussierte Aufmerksamkeit für das, was mach gerade tut. Flow lässt sich gut bei Kindern beobachten, die im Spiel versunken sind. Alles was sie ablenken könnte wird ausgeblendet bis das Spiel beendet und die Kinder wieder aufnahmefähig sind.

Achtsamkeit

Achtsamkeit hilft uns Energie zu sparen. Bleiben wir mit unserer Aufmerksamkeit in der Gegenwart, verzichten wir auf energieraubende Ausflüge in die Vergangenheit oder die Zukunft mit all ihren Ängsten und Sehnsüchten. Achtsamkeit hilft uns, die Mechanismen unseres Geistes zu erkennen und zu durchschauen. Statt ihnen Folge zu leisten, konzentrieren wir uns auf das, was jetzt gerade real ist. Es gibt vielfältige Übungen für die Achtsamkeit. Einige davon lassen sich wunderbar und von Dritten unbemerkt in den Alltag integrieren.

Und nun: Viel Erfolg bei der Umsetzung 🙂

Resilienz – Dagegenhalten ist gefragt

Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern. (Samuel Beckett)

Lebensfreude und Erfolg – in Berufs- und Privatleben – in Balance zu halten, ist in Zeiten umfassender Veränderungen und zunehmender Komplexität eine große Herausforderung. Resilienz unterstützt bei diesem Balanceakt. Der Begriff umfasst die Entwicklung von innerer Stärke, Widerstandsfähigkeit und Gelassenheit in Belastungssituationen. Resilienz hilft auch, Schwierigkeiten als Chance für persönliche Entwicklung zu begreifen und neue Wege zu gehen. Wer über seinen Schatten springt und einengende Muster hinterfragt, gewinnt im Gegenzug ein Mehr an Freude, Energie und Lebensqualität.

Erfolg statt Mittelmaß

Wo sich Menschen das Motto „Ich bin es mir wert und möchte besser werden“ zu eigen machen, da setzt Coaching an. Dass erst über Fehler und Scheitern Spitzenergebnisse erzielt werden, beweisen Menschen wie Steve Jobs oder Elon Musk. Das Gegenteil von Erfolg ist nicht Misserfolg, sondern Mittelmäßigkeit. Rückschläge bergen – im Vergleich zum „toten“ Mittelmaß – ausreichend Potenzial für Verbesserung.

Was in den USA ein absolutes Selbstverständnis ist, wird in Deutschland noch vielfach in die Psychoecke gestellt. Erfolgreich jedoch ist nur, wer sich selbst immer neu in Frage stellt. Dabei kann ein guter Coach wertvolle Unterstützung bieten. In der neuesten Ausgabe der MZ-Wirtschaftszeitung erklärt Markus Hofmann, Coach und Top-Speaker 2017, unter anderem auch, was einen guten Coach ausmacht:

„Ich denke, dass ein guter Coach emphatisch ist und sich auf seinen Schützling einstellen kann, dabei aber nicht die nötige Distanz verliert. Dazu gehört auch, dass er nicht nach Schema F agiert und seinen Stiefel durchzieht. Deshalb spielen auch beim Coach Selbstreflexion und Weiterbildung eine große Rolle.“

 

Kulturwechsel in Unternehmen

Demographischer Wandel, fehlender Fachkräftenachwuchs, technologische Entwicklung – die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Damit verändern sich auch die Anforderungen an gute Führung. Eine Studie der Initiative Neue Qualität der Arbeit eröffnet folgende Perspektiven für Führungskräfte:

1. Von Management zu Leadership

  • Kreativität und Erneuerung statt Effizienz und Ertrag
  • Teamcoaching und Identitätsbildung statt instrumentell gestützter Führungssysteme

2. Strukturwandel und veränderte Führungsaufgaben

  • Selbst organisierende Netzwerke
  • Erhöhung der Selbstbestimmung von Mitarbeitern
  • Förderung kreativer Impulse
  • Vermittlung von Sinnzusammenhängen
  • Intensive Reflexion auch für Führungskräfte

Mehr dazu inkl. Link zur Studie:

https://www.lecturio.de/magazin/erfolgreiche-fuehrung-in-zukunft/

Ich möchte kein Eisberg sein…

… wenn Sie jetzt den Ohrwurm der Schweizer Band Grauzone aus den 80ern im Kopf haben – der Song hieß „ich möchte ein Eisbär sein“.

Mein Blogbeitrag heute widmet sich der Eisberg-Kommunikation. Damit ist oberflächliche Kommunikation gemeint, ein Austausch von Information, der ausschließlich auf der Sachebene stattfindet. Die Bedürfnisebene bleibt in diesen Gesprächen unberührt, was den Aufbau einer intensiven Beziehung zum Gesprächspartner unterbindet.

Sachlicher Informationsaustausch kann durchaus von Vorteil sein. Beim Kauf eines elektronischen Geräts, bei der Besprechung einer ToDo Liste, im Gespräch über eine Prüfungsnote. Das Gespräch bleibt an der Oberfläche, Bedürfnisse und Emotionen spielen keine Rolle oder äußern sich allenfalls in wertenden Aussagen. Diese Art des Gesprächs nennt man „Eisberg-Kommunikation“, da lediglich das obere Drittel der relevanten Aspekte im zwischenmenschlichen Austausch angesprochen wird. Zwei Drittel – alle emotionalen und bedürfnisorientierten Gesprächsinhalte – werden ausgeklammert.

Im Privatleben, in wichtigen Verhandlungen, im Vorstellungsgespräch oder im Kundenkontakt, also überall dort wo Kommunikation auf Augenhöhe wichtig ist, sind Sie mit der „Eisberg-Kommunikation“ schlecht beraten. Das Gegenstück zur Eisberg-Kommunikation ist die bedürfnisorientierte Kommunikation. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Gesprächspartner an der Sicht der Dinge des jeweils anderen interessiert sind. Sie fokussieren sich auf das Verstehen auf einer tieferen Ebene und erkunden die Bedürfnisse des Gegenübers, statt die eigenen Gedanken herunterzuladen und schon beim Zuhören über eine Antwort nachzudenken. Die Emotionen des Gesprächspartners spielen eine wichtige Rolle. Es ist ein gegenseitiges Anliegen, sich WIRKLICH zu verstehen.

Was sind Bedürfnisse und warum sind sie für erfolgreiche Kommunikation so wesentlich? Bedürfnisse unterscheiden sich von Wünschen, sind allgemeingültig und können auf ganz unterschiedliche Weise gestillt werden. Akzeptanz, Wertschätzung, Anerkennung, Nahrung, Schutz, Sicherheit, Zugehörigkeit, Entwicklung sind Bedürfnisse, um nur einige zu nennen. Anders als Wünsche, lassen sich Bedürfnisse auf unterschiedliche Weise stillen. Das Bedürfnis nach Anerkennung kann ein Mensch über den Kauf einer Nobelkarosse stillen, aber z.B.  auch über das Veröffentlichen eines Buches oder über eine Beförderung.

Ein Beispiel: Eine Person möchte ein neues Auto kaufen. Das ist ein Wunsch, der den Verkäufer veranlasst, die Ausstattungsmerkmale der Wagentypen aufzuzählen. Je mehr, desto eher kann er den Wunsch des Kunden erfüllen, so seine Überzeugung. Er ist verwundert, wenn der Kunde den Kaufvertrag nicht unterzeichnet. Und genau das wird geschehen, weil der Berater nichts über die Bedürfnisse des Interessenten in Erfahrung gebracht hat. Besteht das Bedürfnis nach Anerkennung und soll dieses über ein besonders exklusives Modell gestillt werden? Hat der Käufer das Bedürfnis nach Sicherheit und interessiert sich deshalb wenig für noble Innenausstattung und sportliches Fahrwerk?

Somit ist nicht der Wunsch, sondern das darunterlegende Bedürfnis, der Schlüssel zum Verkaufserfolg. Diese Informationen erhält man nicht über Reden. Ich empfehle, im Kundengespräch den Fokus auf das AKTIVE Zuhören zu legen. Darüber gelingt es, zielgerichtete Angebote abzugeben. Der Kunde fühlt sich wahrgenommen und verstanden. Dies generiert positive Gefühle, die in Belohnungsreaktionen münden, d.h. der Kunde nimmt das Angebot an.

Tipps zum Verhindern effektiver Gespräche

– von sich selbst reden (kenne ich aus eigener Erfahrung…)
– Lösungen liefern, Ratschläge erteilen (an Ihrer Stelle würde ich…)
– Herunterspielen, bagatellisieren, beruhigen (das kann schon mal passieren…)
– Ausfragen, dirigieren (das muss ich genau wissen …)
– Interpretieren, Ursachen aufzeigen, diagnostizieren (sie scheinen … zu sein…)
– Vorwürfe machen, moralisieren, urteilen, bewerten (das ist wirklich schlimm…)
– befehlen, drohen, warnen (denken Sie an die Folgen…)

Tipps zum Fördern effektiver Gespräche

– Aktives Zuhören, um in die Erfahrungswelt des Gegenübers einzutauchen
– Das Gehörte nicht bewerten, sondern verstehen lernen
– Auf die eigenen Emotionen achten, wenn das Gehörte nicht mit der eigenen Wahrheit übereinstimmt.
– Paraphrasieren und Verbalisieren, das heißt das Gehörte mit eigenen Worten wiedergeben und auch die Emotionen des Gegenübers ansprechen
– Fragen stellen (weiterführende/ klärende Fragen), um sicherzugehen, dass man den Gesprächspartner verstanden hat.

Horizonte erweitern…

…über einen Impuls-Workshop „persönliche Wahrheit“

Heute geht es um das Wort „Wahrheit“.
Wann ist etwas wahr? Gibt es nur eine Wahrheit? Ist etwas, das für uns wahr ist, auch allgemein gültig?
Die Antwort lautet NEIN. Es mag den Anschein haben, aber es gibt keine absolute Wahrheit. Jeder Mensch hat seine ganz persönliche.

Der Himmel ist blau? Ja, wenn die Sonne scheint. Nein, wenn jemand blind ist.
Es ist Winter? Ja, aber immer nur auf einem Teil der Erdhalbkugel.
Es ist 12:23 Uhr? Ja, aber nur für alle Menschen, die sich in der gleichen Zeitzone befinden.

Die Welt in der wir leben, ist in vielen Bereichen normiert. Das vermittelt uns das Gefühl von „Wahrheit“. In der Regel akzeptieren wir Dinge und hinterfragen nicht. Wir halten sie für wahr. Problematisch wird es, wenn wir mit Menschen in Kontakt kommen, die aus anderen Kulturkreisen stammen, einem anderen Umfeld kommen oder deren Lebenssituation sich völlig von unserer unterscheidet. An diesem Punkt müssen wir – um ein Miteinander statt ein Gegeneinander entstehen zu lassen  – unsere Wahrheit in Frage stellen.

Dies ist kein sehr schwieriges Unterfangen, obwohl unsere Sicht der Dinge oft tief in den Synapsen unseres Gehirns verankert und mit starken Emotionen gekoppelt ist. Jeder macht im Lauf seines Lebens unterschiedliche Erfahrungen, die diese individuelle Wahrheit abbilden. So wie Menschen sich äußerlich unterscheiden, liegen auch die persönlichen Wahrheiten unter Umständen diametral auseinander. Statt zu kämpfen, sobald unsere persönliche Wahrheit in Frage gestellt wird, liegt die Aufgabe darin, diese Unterschiede zu erkennen, anzuerkennen und zu kommunizieren. 

Hier liegt die Herausforderung, aber auch die Chance für persönliche, unternehmerische und gesellschaftliche Weiterentwicklung. Die Grundlage, damit Konzepte zur Förderung des Miteinander funktionieren – egal ob unternehmerische, politische oder persönliche –  muss auf der persönlichen Ebene gelegt werden. Unternehmer, Arbeitnehmer, Teammitglieder, Führungskräfte, Partner, Kunden, Politiker, Mitmenschen, wir müssen alle lernen, unsere persönlichen Wahrheiten zu hinterfragen. 

Die Herausforderung ist, sich darauf einzulassen. Es ist nicht schwer, wenn auch manchmal vielleicht nicht angenehm. Haben wir uns erst einmal dafür entschieden und den Mechanismus verstanden, erkennen wir, dass wir unsere Wahrheit nicht verlieren. Wir verstehen sie nur besser, erkennen, dass sie in einem bestimmten Kontext entstanden ist, und können sie nach Belieben erweitern.

Als Initialzündung hierfür empfiehlt sich ein halbtägiger Impuls-Workshops für Teams und bestimmte Mitarbeitergruppen.
Der Workshop unterstützt Sie bei der erfolgreichen Umsetzung Ihrer Diversity-Konzepte.

https://www.marion-bermeiser.de/anfrage/

 

Autopilot: fristlos gekündigt!

Wir alle sind süchtig nach positiven Emotionen. Doch statt sie aus uns heraus laufend neu zu generieren, suchen wir immer wieder das „gleiche Glück“.

Unser Gehirn entscheidet in einem Bruchteil von Sekunden, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Diese Entscheidung basiert auf alten Erfahrungen und steuert unser Verhalten in stereotyper Form, ohne dass wir sie hinterfragen. So lehnen wir alles ab, was mit dem Etikett „negativ“ verbunden ist, ohne zu erkennen, dass keine Situation der anderen gleicht. In diesem Autopilot-Modus können keine neuen Erfahrungen entstehen. Erst wenn wir unsere Reaktionen in Frage stellen und erkennen, dass jeder Moment unseres Lebens neu und anders ist, können wir Veränderung generieren.

Dies ist nicht wichtig, wenn Sie nach der immer gleichen Marmeladensorte im Supermarktregal greifen, aber es ist von entscheidender Bedeutung, wenn in einem Ihrer Lebensbereiche Stress entsteht. Egal ob Mobbing, Burnout, Misserfolg, zwischenmenschlicher Konflikt – was uns auch widerfährt, es ist immer eine Aufforderung zu agieren und aufzuhören nur zu reagieren.