Loyal zur Turnschuhmarke?

Bis zum Jahr 2025 werden voraussichtlich 75% der Belegschaft in Unternehmen den Generationen Y, Z und ALPHA angehören. Die bislang größte Gruppe in der Mitarbeiterschar, die der sogenannten Baby Bommer, hat bis dahin weitgehend den Ruhestand angetreten und den nachfolgenden Generationen das Feld überlassen. Das läutete in der Wirtschaftswelt inzwischen nicht nur einen Generationen- sondern auch einen Kulturwandel ein, denn daraus ergeben sich in Zeiten des Fachkräftemangels neue Herausforderungen hinsichtlich Führung und Mitarbeiterbindung. Viele Führungskräfte stehen schon jetzt vor der schwierigen Aufgabe, Teams mit einer Besetzung über mehrere Generationen hinweg, deutlichen kulturellen Unterschieden und nennenswerter Diversität zu führen. Vor der Diskussion über Lösungen gilt es, sich über die Herausforderungen im Klaren zu sein.

Wir befinden uns in einem „konzentrischen“ Arbeitsmarkt, der von der händeringenden Suche nach Arbeitnehmern geprägt ist, die zwar sehr gut ausgebildet, aber auch in hohem Maß ungeduldig, anspruchsvoll, wenig loyal, technikaffin und gut vernetzt sind. Ihr Schwerpunkt liegt auf Flexibilität, Gestaltungsspielräumen, Entscheidungsfreiheit, Anerkennung, Sinn und ausgewogener Work-Life-Balance.

Moderne Führung bedeutet, bedürfnisorientiert zu führen. Dieser Ansatz vermittelt Wertschätzung, eröffnet Spielräume und sorgt für Akzeptanz auf beiden Seiten. Führungskultur ist ein wesentlicher Baustein, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Denn laut den digital pioneers haben Mitarbeiter der Generation Z zu ihrem Arbeitgeber „weniger Loyalität als zu ihrer Turnschuhmarke“. (t3n.de/…/arbeitswelt-generation-z.)

Achtsamkeit ist eine Haltung, kein Tool!

„Die grundlegende Aufgabe von Führungskräften besteht darin, in den Menschen, die sie führen, positive Gefühle zu wecken. Das geschieht, wenn Führungskräfte Resonanz erzeugen – ein Reservoir an positiven Gefühlen, das das Beste in den Menschen hervorbringt“
(Daniel Goleman)

 

Achtsamkeit ist ein essentieller Baustein, um positive Gefühle zu generieren. Über eine achtsame Haltung uns selbst UND den Menschen gegenüber, mit denen wir leben und/oder arbeiten, nehmen wir auf einer tieferen Ebene wahr. Diese Präsenz ermöglicht es, uns voll und ganz auf den Anderen einzulassen, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, in seine Erfahrungswelt einzutauchen und ihm Raum zu geben. Mit ihm in Verbindung zu treten heißt, sowohl an seinen Sorgen als auch an seiner Freude Anteil zu nehmen. Wertschätzung entgegen zu bringen, andere Meinungen und Sichtweisen anzuerkennen und deren Ursprung zu ergründen, ermöglicht Begegnung auf Augenhöhe. Und wenn es an der Zeit ist, die eigene Position deutlich zu vertreten, Leistung einzufordern oder Konflikte einzugehen, kann dies geschehen, ohne eigene oder fremde Grenzen zu überschreiten. Achtsamkeit ermöglicht es, auch bei großen Herausforderungen ruhig und gelassen zu bleiben, da wir uns unseres Denkens, Handelns und Fühlens bewusst sind. Häufig wird das Entwickeln von Achtsamkeit als eine Möglichkeit zur Stressbewältigung empfohlen. Dem dient sie zweifelsohne, doch wird ihr dieser eingeschränkte Ansatz alleine nicht gerecht. Achtsamkeit ist kein Tool, es ist eine Haltung, von der wir alle profitieren können.

 

Die gute Nachricht: Wir tragen sie schon in uns. Lassen Sie Ihre Achtsamkeit erblühen. Meine Tipps helfen dabei:

Tipps:

Es gibt viele Möglichkeiten, achtsames Sein zu erfahren. Machen Sie Bekanntschaft mit Ihrer Achtsamkeit. Am besten bei scheinbar einfachen Gelegenheiten. Starten Sie damit, das TUN einzustellen und zu beobachten, was um Sie herum geschieht. Was es zu entdecken gibt, mit allen Sinnen. Wenn Sie eine größere Herausforderung wünschen, dann beobachten Sie Situationen, die immer wieder gleich ablaufen. Situationen, bei denen Sie z. B. innerlich die Augen rollen. Stoppen Sie den Automatismus dieser Momente, halten Sie inne mit dem Tun oder Reden und beobachten Sie zunächst sich selbst. Welche Mechanismen greifen immer wieder? Was geht in Ihnen vor? Was geschieht um Sie herum? Welche Emotionen werden wach? Welche Körperregionen sind beteiligt? Wenn Sie sich über Ihre Mechanismen im Klaren sind, widmen Sie die gleiche Aufmerksamkeit Ihrem Umfeld. Achtsamkeit ist eine Geisteshaltung. Mehr dazu lesen:

https://www.marion-bermeiser.de/das-richtige-zur-rechten-zeit/

 

Weiterführende Informationen:

Buchtipp: JAN CHOZEN BAYS, Achtsam durch den Tag, 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit

oder

Übungen zur Achtsamkeit:

https://www.fachausbildung-stressbewaeltigung-achtsamkeit.de/achtsamkeitsuebungen-im-alltag/

Toxische Frauen und 006

Laut Statistik 2014 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin sind Vorstands-und Aufsichtsratspositionen weiterhin fest in Männerhand. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten stieg in den vergangenen 2 Jahren um etwa zwei Prozentpunkte auf gut 15 Prozent, in den Vorständen stagnierte er hingegen nahezu bei ca. vier Prozent. „Vor allem in den Vorständen sind Frauen noch immer eklatant unterrepräsentiert“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin Gender Studies im Vorstandsbereich des DIW Berlin.

Das mag an den Mythen rund um die Berufschancen von Frauen liegen. Die ZEIT analysierte diese und stellte sie auf den Prüfstand. Besondere Beachtung verdient dabei der Mythos Nummer 6. Obwohl seit dem Erscheinen des Artikels inzwischen vier Jahre vergangen sind hält der sich offenbar hartnäckig, wie die Quote von Frauen im Management belegt.

Mythos Nummer 006: Weibliche Chefs sind schlecht für die Rendite

Mit viel Mühe könnte man rationale Gründe für dieses Vorurteil suchen. Vielleicht ist dem weiblichen Geschlecht eine gewisse Sanftheit eigen, die es ihm erschwert, im Geschäftlichen hart zu verhandeln? Vielleicht sinkt mit einer Chefin an der Spitze der Gewinn eines Unternehmens, weil Frauen sich in ihrer Menschlichkeit eher dem gemeinnützigen Ansatz verpflichtet fühlen als dem kalten, männlichen Profitstreben? Alles falsch! Das Gegenteil ist der Fall. Die Unternehmen mit dem höchsten Anteil von Frauen in Führungspositionen in Europa hatten in den Jahren 2003 bis 2005 einen um 48 Prozent höheren Gewinn (Ebit) als der jeweilige Branchendurchschnitt. Das hat eine Analyse der Unternehmensberatung McKinsey unter allen börsennotierten Großunternehmen in Europa ergeben. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Accenture kommt zu dem gleichen Ergebnis: Je höher der Anteil von Frauen in Führungspositionen mit Personalverantwortung klettert, umso stärker steigt auch der Profit. Accenture hatte die 358 größten Unternehmen aus 24 Ländern Europas analysiert. Die Studie geht davon aus, dass jede Form von Diversität zum Unternehmenserfolg beiträgt. Auch Unternehmen mit einem hohen Anteil an internationalen Mitarbeitern waren insgesamt deutlich erfolgreicher als die nur von Einheimischen geführten Firmen.

https://www.zeit.de/2010/36/C-Mythen

 

Chef der größten deutschen Strategieberatung fordert mehr weibliche Topmanager

„Männlich“ und „Weiblich“ stehen für zwei sich ergänzende Prinzipien. Dies sind die zwei Seiten einer Medaille in jedem Menschen – unabhängig vom Geschlecht. Aus der Harmonie beider Prinzipien entstehen Entscheidungen, die sowohl materiellen Überlegungen als auch sozialen und ökologischen Aspekten gleichermaßen gerecht werden. Ein Muss für die Führungskräfte von morgen.

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