Toxische Frauen und 006

Laut Statistik 2014 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin sind Vorstands-und Aufsichtsratspositionen weiterhin fest in Männerhand. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten stieg in den vergangenen 2 Jahren um etwa zwei Prozentpunkte auf gut 15 Prozent, in den Vorständen stagnierte er hingegen nahezu bei ca. vier Prozent. „Vor allem in den Vorständen sind Frauen noch immer eklatant unterrepräsentiert“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin Gender Studies im Vorstandsbereich des DIW Berlin.

Das mag an den Mythen rund um die Berufschancen von Frauen liegen. Die ZEIT analysierte diese und stellte sie auf den Prüfstand. Besondere Beachtung verdient dabei der Mythos Nummer 6. Obwohl seit dem Erscheinen des Artikels inzwischen vier Jahre vergangen sind hält der sich offenbar hartnäckig, wie die Quote von Frauen im Management belegt.

Mythos Nummer 006: Weibliche Chefs sind schlecht für die Rendite

Mit viel Mühe könnte man rationale Gründe für dieses Vorurteil suchen. Vielleicht ist dem weiblichen Geschlecht eine gewisse Sanftheit eigen, die es ihm erschwert, im Geschäftlichen hart zu verhandeln? Vielleicht sinkt mit einer Chefin an der Spitze der Gewinn eines Unternehmens, weil Frauen sich in ihrer Menschlichkeit eher dem gemeinnützigen Ansatz verpflichtet fühlen als dem kalten, männlichen Profitstreben? Alles falsch! Das Gegenteil ist der Fall. Die Unternehmen mit dem höchsten Anteil von Frauen in Führungspositionen in Europa hatten in den Jahren 2003 bis 2005 einen um 48 Prozent höheren Gewinn (Ebit) als der jeweilige Branchendurchschnitt. Das hat eine Analyse der Unternehmensberatung McKinsey unter allen börsennotierten Großunternehmen in Europa ergeben. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Accenture kommt zu dem gleichen Ergebnis: Je höher der Anteil von Frauen in Führungspositionen mit Personalverantwortung klettert, umso stärker steigt auch der Profit. Accenture hatte die 358 größten Unternehmen aus 24 Ländern Europas analysiert. Die Studie geht davon aus, dass jede Form von Diversität zum Unternehmenserfolg beiträgt. Auch Unternehmen mit einem hohen Anteil an internationalen Mitarbeitern waren insgesamt deutlich erfolgreicher als die nur von Einheimischen geführten Firmen.

https://www.zeit.de/2010/36/C-Mythen

 

Dialog statt Diskussion

In seinem Magazin Sprachnachrichten nimmt der Verein Deutsche Sprache e.V. die „Entmännlichung des Deutschen“ unter die Lupe. Vertreter von Pro und Contra der Gendersprache setzen sich mit stichhaltigen Argumenten für die aus ihrer Sicht RICHTIGE Schreibweise ein, wenn beide Geschlechter von einem Sachverhalt betroffen sind.

https://www.vds-ev.de/images/stories/startseite/sprachnachrichten/sn2014-03.pdf

Als Mitglied unserer Gesellschaft bin ich der Meinung, dass beide Seiten aus ihrer Sicht recht haben. Als Frau und Coach bin ich jedoch der festen Überzeugung, dass uns eine formale Diskussion nicht weiterbringt. Vielmehr geht es um die Veränderung der Rollenmuster von Mann um Frau. Die Zuordnung – öffentliches Leben ist die Domäne der Männer, die Familie die Sphäre der Frau – prägte bis weit ins 20. Jahrhundert die Geschlechterordnung unserer Gesellschaft. Darüber definiert sich allgemeingültig, was es heißt, Frau oder Mann zu sein und wie die Geschlechter sich im Idealfall in der Gesellschaft zu verhalten haben.

 

Frauen sind heute zwar gut ausgebildet und beruflich erfolgreich, doch bedarf es hierzu überwiegend des Einsatzes männlicher Attribute wie Zielorientierung, Machtanspruch und Durchsetzungskraft. Weibliche Qualitäten werden bislang allenfalls in sozialen und helfenden Berufen als notwendig eingestuft, jedoch drückt sich in der Bezahlung der dort Tätigen – Frauen und Männer – die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung dafür aus. Wenn wir es schaffen, eine zukunftsweisende Veränderung zu generieren, dann wird die Formulierung der Anrede nebensächlich.

Chef der größten deutschen Strategieberatung fordert mehr weibliche Topmanager

„Männlich“ und „Weiblich“ stehen für zwei sich ergänzende Prinzipien. Dies sind die zwei Seiten einer Medaille in jedem Menschen – unabhängig vom Geschlecht. Aus der Harmonie beider Prinzipien entstehen Entscheidungen, die sowohl materiellen Überlegungen als auch sozialen und ökologischen Aspekten gleichermaßen gerecht werden. Ein Muss für die Führungskräfte von morgen.

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