Dr. Jekyll und Mister Hyde leben in jedem von uns

Tipp: Arbeiten Sie an Ihrer inneren Teamfähigkeit. Sorgen Sie dafür, dass Ihr persönlicher Jekyll und Hyde ein Team werden, statt sich gegenseitig zu bekämpfen. Erkennen Sie die Stärken beider Teilaspekte und treffen Sie immer wieder eine neue Wahl: Wer aus dem inneren Team darf situationsgerecht seine Karten auf der Bühne Ihres Alltags ausspielen?

Dr. Jekyll verabscheut es, zu toben, zu schreien und der Wut Ausdruck zu verleihen. Er beschränkt sich allenfalls auf das Erheben der Stimme und eine nicht ganz so freundliche Wortwahl wie an anderen Tagen. Ihr gutherziger und auf Ansehen bedachter innerer Dr. Jekyll weiß eben, „was sich gehört“. Ist er in einer Konfliktsituation am Zug, bleiben Sie nach außen hin beherrscht. Gleichzeitig wütet in Ihrem Kopfkino Mister Hyde mit all dem, was Ihnen sein Konterpart im Außen versagt. Er läßt Sie darüber nachdenken, was Sie alles hätten sagen und tun können. Er unterstützt Sie beim Gedanken an Rache oder Revanche. Oder er legt Ihnen schon die Worte zurecht, die Sie bei nächstbester Gelegenheit endlich loswerden wollen – es wird jedoch nie dazu kommen. Der furchteinflößende, aufbrausende und ungezügelte Mr. Hyde tobt und läßt seiner Wut freien Lauf – doch es findet nur in Ihrem Inneren statt.

Verantwortlich für diese „Starbesetzung“ des inneren Teams sind Überzeugungen und Konditionierungen, die wir uns im Lauf des Lebens aneignen. Sind wir darauf bedacht, als Dr. Jekyll durchs Leben zu gehen, wütet Mister Hyde in unserem Unterbewusstsein. Wir vermeiden den Konflikt im Außen und fördern ihn darüber im Innen. Nur wenn wir uns bewusst werden, dass wir zwar bestimmte Verhaltensweisen bevorzugen, doch auch dem Gegenpol bei Bedarf eine Chance geben dürfen, ist unser inneres Team in Balance.

Schluss mit lustig…. wenn sich Teamkonflikte zusammenbrauen

Sie kennen das? Oberflächlich herrscht in Ihrem Team „Friede, Freude, Eierkuchen“ und doch werden Sie das Gefühl nicht los, dass zwischen Ihren Mitarbeitern irgendetwas nicht stimmt. Schräge Kommentare im Teammeeting, versiegende Gespräche, wenn einer den Raum betritt, zynische Bemerkungen, vielsagende Blicke oder Ausreden, um mit den/dem anderen möglichst wenig zusammenarbeiten zu müssen. Egal wie es sich äußert – Verhaltensweisen wie diese weisen auf einen schwelenden Konflikt hin, der über kurz oder lang die Effektivität und die Zusammenarbeit negativ beeinflusst. Da stellt sich die Frage, was Sie als Führungskraft tun können und sollen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, einen Konflikt zu erkennen, anzusprechen und eine gemeinsame Problemlösung (inkl. Vereinbarungen) anzustreben.

Das Wichtigste: Sie MÜSSEN etwas tun. Und zwar so schnell wie möglich. Hoffen Sie nicht darauf, dass sich das Problem in Luft auflöst oder eine der Parteien den Job wechselt.

Das Zweitwichtigste: Tun Sie das RICHTIGE. Das bedeutet sich zunächst einen Überblick über die Situation zu verschaffen, beobachten Sie und sammeln Sie Fakten. Dann holen Sie die Konfliktparteien an einen Tisch.

Wertvolle Hinweise und Tipps für Führungskräfte, wenn es im Team knirscht:

  • Verständnis zeigen
  • die Konfliktparteien ernst nehmen
  • keine Partei ergreifen
  • Vertrauensbasis schaffen
  • Offenheit einfordern
  • Feedback geben, aber nicht bewerten
  • Moderieren und Zusammenfassen
  • für Klarheit sorgen
  • Lösungswege entwickeln

Herausforderungen erfolgreich meistern

Sorgen sind wie Gespenster: Wer sich nicht vor ihnen fürchtet, dem können sie nichts anhaben.

Wenn uns etwas gut gelingt, unser Leben stabil verläuft und wir glücklich sind, verfügen wir über ein ausreichendes Maß an Lebensenergie. Kommt dieses Gleichgewicht ins Wanken und beeinflussen uns die mit Veränderungen oder Konflikten verbundenen Ängste und Unsicherheiten negativ, fühlen wir uns schnell schwach, müde, gereizt und wenig energievoll. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir durch fixe Glaubenssätze und Verhaltensmuster unsere eigenen Ängste und Blockaden füttern, was auf lange Sicht negative körperliche und seelische Auswirkungen nach sich zieht. Sorgenvolle Gedankenspiralen und die damit verbundenen Emotionen beeinträchtigen unser Leben nachhaltig und ziehen unter Umständen unerwünschte persönliche und berufliche Konsequenzen nach sich. Veränderungs- und Konfliktsituationen rauben uns wertvolle Lebenskraft!

Wenn wir uns schwierig anmutenden Anforderungen jedoch mit der richtigen Einstellung, einer Portion Mut, ausreichend Geduld und dem Wissen „wie Herausforderungen gelingen“ stellen, können wir den Energieverlust und seine Folgen verhindern. Mehr Freude, Gelassenheit und Selbstsicherheit sind die Folge. Statt im Alten zu verharren, macht es Spaß sich Veränderungen zu stellen und auf dem Klavier der persönlichen Ressourcen zu spielen. Das ist das Thema meiner Blogbeiträge in den kommenden Monaten. Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie Herausforderungen mit Leichtigkeit meisten und Ihr volles Potenzial optimal ausleben, schauen Sie regelmäßig vorbei.

Mein Tipp:

Wenn Sie jetzt zwischen Neugierde und Ablehnung hin und her gerissen sind und dies bewusst wahrnehmen, haben Sie eine erste Erfahrung in die richtige Richtung gemacht. Unser Gehirn verfügt über ein sogenanntes Episodengedächtnis, in dem wir frühere Erfahrungen abgespeichert haben. Diese werden in ähnlichen Situationen immer wieder abgerufen – wir verhalten uns konstant, so wie es einst im Gehirn als „richtig“ abgespeichert wurde. Wenn wir also zwischen zwei Bedürfnissen hin und her gerissen sind (Essen – Abnehmen, Ausschlafen – Pflichterfüllung, Persönlichkeitsentwicklung – Vogel-Strauss-Verhalten), dann hat das damit zu tun, dass sich unsere Persönlichkeit aus verschiedenen Bedürfnissen und den damit verbundenen Wünschen zusammensetzt. Schwanken wir zwischen zwei Erfahrungen, gewinnt die prägendere (und vertrautere) und die andere hat das Nachsehen – es sei denn, wir geben ihr die Chance an Einfluss zu gewinnen.

Achtsamkeit ist eine Haltung, kein Tool!

„Die grundlegende Aufgabe von Führungskräften besteht darin, in den Menschen, die sie führen, positive Gefühle zu wecken. Das geschieht, wenn Führungskräfte Resonanz erzeugen – ein Reservoir an positiven Gefühlen, das das Beste in den Menschen hervorbringt“
(Daniel Goleman)

 

Achtsamkeit ist ein essentieller Baustein, um positive Gefühle zu generieren. Über eine achtsame Haltung uns selbst UND den Menschen gegenüber, mit denen wir leben und/oder arbeiten, nehmen wir auf einer tieferen Ebene wahr. Diese Präsenz ermöglicht es, uns voll und ganz auf den Anderen einzulassen, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, in seine Erfahrungswelt einzutauchen und ihm Raum zu geben. Mit ihm in Verbindung zu treten heißt, sowohl an seinen Sorgen als auch an seiner Freude Anteil zu nehmen. Wertschätzung entgegen zu bringen, andere Meinungen und Sichtweisen anzuerkennen und deren Ursprung zu ergründen, ermöglicht Begegnung auf Augenhöhe. Und wenn es an der Zeit ist, die eigene Position deutlich zu vertreten, Leistung einzufordern oder Konflikte einzugehen, kann dies geschehen, ohne eigene oder fremde Grenzen zu überschreiten. Achtsamkeit ermöglicht es, auch bei großen Herausforderungen ruhig und gelassen zu bleiben, da wir uns unseres Denkens, Handelns und Fühlens bewusst sind. Häufig wird das Entwickeln von Achtsamkeit als eine Möglichkeit zur Stressbewältigung empfohlen. Dem dient sie zweifelsohne, doch wird ihr dieser eingeschränkte Ansatz alleine nicht gerecht. Achtsamkeit ist kein Tool, es ist eine Haltung, von der wir alle profitieren können.

 

Die gute Nachricht: Wir tragen sie schon in uns. Lassen Sie Ihre Achtsamkeit erblühen. Meine Tipps helfen dabei:

Tipps:

Es gibt viele Möglichkeiten, achtsames Sein zu erfahren. Machen Sie Bekanntschaft mit Ihrer Achtsamkeit. Am besten bei scheinbar einfachen Gelegenheiten. Starten Sie damit, das TUN einzustellen und zu beobachten, was um Sie herum geschieht. Was es zu entdecken gibt, mit allen Sinnen. Wenn Sie eine größere Herausforderung wünschen, dann beobachten Sie Situationen, die immer wieder gleich ablaufen. Situationen, bei denen Sie z. B. innerlich die Augen rollen. Stoppen Sie den Automatismus dieser Momente, halten Sie inne mit dem Tun oder Reden und beobachten Sie zunächst sich selbst. Welche Mechanismen greifen immer wieder? Was geht in Ihnen vor? Was geschieht um Sie herum? Welche Emotionen werden wach? Welche Körperregionen sind beteiligt? Wenn Sie sich über Ihre Mechanismen im Klaren sind, widmen Sie die gleiche Aufmerksamkeit Ihrem Umfeld. Achtsamkeit ist eine Geisteshaltung. Mehr dazu lesen:

https://www.marion-bermeiser.de/das-richtige-zur-rechten-zeit/

 

Weiterführende Informationen:

Buchtipp: JAN CHOZEN BAYS, Achtsam durch den Tag, 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit

oder

Übungen zur Achtsamkeit:

https://www.fachausbildung-stressbewaeltigung-achtsamkeit.de/achtsamkeitsuebungen-im-alltag/

Autopilot: fristlos gekündigt!

Wir alle sind süchtig nach positiven Emotionen. Doch statt sie aus uns heraus laufend neu zu generieren, suchen wir immer wieder das „gleiche Glück“.

Unser Gehirn entscheidet in einem Bruchteil von Sekunden, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Diese Entscheidung basiert auf alten Erfahrungen und steuert unser Verhalten in stereotyper Form, ohne dass wir sie hinterfragen. So lehnen wir alles ab, was mit dem Etikett „negativ“ verbunden ist, ohne zu erkennen, dass keine Situation der anderen gleicht. In diesem Autopilot-Modus können keine neuen Erfahrungen entstehen. Erst wenn wir unsere Reaktionen in Frage stellen und erkennen, dass jeder Moment unseres Lebens neu und anders ist, können wir Veränderung generieren.

Dies ist nicht wichtig, wenn Sie nach der immer gleichen Marmeladensorte im Supermarktregal greifen, aber es ist von entscheidender Bedeutung, wenn in einem Ihrer Lebensbereiche Stress entsteht. Egal ob Mobbing, Burnout, Misserfolg, zwischenmenschlicher Konflikt – was uns auch widerfährt, es ist immer eine Aufforderung zu agieren und aufzuhören nur zu reagieren.