Schluss mit lustig…. wenn sich Teamkonflikte zusammenbrauen

Sie kennen das? Oberflächlich herrscht in Ihrem Team „Friede, Freude, Eierkuchen“ und doch werden Sie das Gefühl nicht los, dass zwischen Ihren Mitarbeitern irgendetwas nicht stimmt. Schräge Kommentare im Teammeeting, versiegende Gespräche, wenn einer den Raum betritt, zynische Bemerkungen, vielsagende Blicke oder Ausreden, um mit den/dem anderen möglichst wenig zusammenarbeiten zu müssen. Egal wie es sich äußert – Verhaltensweisen wie diese weisen auf einen schwelenden Konflikt hin, der über kurz oder lang die Effektivität und die Zusammenarbeit negativ beeinflusst. Da stellt sich die Frage, was Sie als Führungskraft tun können und sollen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, einen Konflikt zu erkennen, anzusprechen und eine gemeinsame Problemlösung (inkl. Vereinbarungen) anzustreben.

Das Wichtigste: Sie MÜSSEN etwas tun. Und zwar so schnell wie möglich. Hoffen Sie nicht darauf, dass sich das Problem in Luft auflöst oder eine der Parteien den Job wechselt.

Das Zweitwichtigste: Tun Sie das RICHTIGE. Das bedeutet sich zunächst einen Überblick über die Situation zu verschaffen, beobachten Sie und sammeln Sie Fakten. Dann holen Sie die Konfliktparteien an einen Tisch.

Wertvolle Hinweise und Tipps für Führungskräfte, wenn es im Team knirscht:

  • Verständnis zeigen
  • die Konfliktparteien ernst nehmen
  • keine Partei ergreifen
  • Vertrauensbasis schaffen
  • Offenheit einfordern
  • Feedback geben, aber nicht bewerten
  • Moderieren und Zusammenfassen
  • für Klarheit sorgen
  • Lösungswege entwickeln

Angst ist das Gefühl unserer Zeit

… davon zeugt das Ergebnis einer Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Obwohl es uns in Deutschland wirtschaftlich sehr gut geht, wir die Finanzkrise weitgehend unbeschadet überstanden haben, die Arbeitslosenzahlen in vielen Städten im einstelligen Bereich liegen und die Angst vor Terrroranschlägen bislang nur ein Schreckgespenst ist, blicken 55% der Deutschen sorgenvoll in die Zukunft.

Dabei ist die Angst, die sich in unserem Land ausbreitet wie eine Flutwelle, vielschichtig und nicht zu greifen. Es ist die Angst vor Krieg und Terror, die Angst vor zunehmender Globalisierung und ihren Folgen, die Angst mit dem technischen Fortschritt nicht Schritt halten zu können, Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor Altersarmut, vor Versagen, vor dem Immobilien-Crash ….

Mit latenter Angst geht einher, dass sie uns stresst. Sie raubt uns nachts den Schlaf und am Tag unsere Unbeschwertheit und Kreativität. Doch genau das brauchen wir, um uns in wirklich schwierigen Situationen aus der Misere befreien zu können. Wir müssen Prioritäten setzen, erkennen was uns wirklich wichtig ist, uns an Weggabelungen entscheiden und voll Vertrauen Neuem entgegen gehen.

Dafür gibt es viele Ansätze und unterschiedliche Wege. Wenn Sie die „German Angst“ auch schon erfasst hat, dann ist es an der Zeit, dem Schreckgespenst ins Gesicht zu sehen. Nur Ängsten denen man bewusst begegnet, kann man auch die Stirn bieten.

Mein Tipp:

Wenn Sie eh schon gedanklich in Weltuntergangsszenarien schwelgen, dann treiben Sie es auf die Spitze.
Fordern Sie Ihre Angst heraus: „Los, sag schon, was kann noch schlimmeres passieren? War das schon alles? Mehr hast Du nicht auf Lager?“

Und siehe da, wenn Sie Ihrer Angst den Freiraum geben, sich so richtig auszutoben, wird sie am Ende kleiner und kleiner, wenn sie ihre ganze Munition verschossen hat. Und Sie haben sich damit beschäftigt, was „worst case“ bedeuten könnte. In den meisten Fällen rückt das die Realität schnell wieder in ein „rosa Licht.“

Oh Schreck – nicht perfekt!?

Herausragendes wird von Menschen geleistet, die einen hohen Anspruch an sich selbst und ein gesundes Maß an Ehrgeiz haben. Doch gerade für diese ist es unerläßlich zu reflektieren, wo und wann ein hohes Maß an Leistung und zielgerichtetem Handeln angemessen ist und wo und wann es Kraft raubt. Denn im Dauereinsatz artet Perfektionsstreben in Stress aus und die permanente Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt zu unangenehmen Auswirkungen auf geistiger, seelischer und körperlicher Ebene.

Abhilfe schaffen unter anderen die Tools der instrumentellen Stressbewältigung. Dazu gehört das Zeitmanagement.

Für ein erfolgreiches Selbstmanagement ist es wichtig, die zur Verfügung stehende Zeit möglichst optimal einzusetzen und seine Zeit nicht mit unwichtigen Dingen zu vergeuden. Hilfreich ist hierbei der Ansatz des „Eisenhower-Prinzips“:

Darin werden Aufgaben in vier Gruppen eingeteilt:

  1. Aufgaben, die wichtig und eilig sind – mit dem uns eigenen Anspruch anpacken und erledigen
  2. Aufgaben, die wichtig, aber nicht eilig sind – Wiedervorlage und auf später terminieren
  3. Aufgaben, die unwichtig, dafür aber sehr eilig sind – Delegieren
  4. Aufgaben, die unwichtig und nicht eilig sind – ab in den Papierkorb

Das Eisenhower-Prinzip bedient die Nahtstelle zwischen „reiner Arbeitsmethodik“ und „persönlicher Strategie“. Die Matrix setzt einen Marker, der uns daran erinnert, dass  Zeitmanagement mehr ist, als das Verwalten unserer Zeit. 

Mit vielen interessanten Aspekten der regenerativen Stressbewältigung beschäftigt sich mein Workshop im April. Mehr dazu findet Ihr hier:

https://www.marion-bermeiser.de/zeig-dem-stress-die-zaehne/

 

 

 

„Und nie mehr grüßt das Murmeltier“

Lust darauf,   
– Ihren Chef im nächsten Meeting zu überraschen?
– eine endlose Diskussion erfolgreich zu einem Ende zu bringen?
– die lästernde Kollegin sprachlos zu machen?

Dann lesen Sie, wie das gelingen kann……

Sie kennen Situationen, in denen Sie denken „immer wieder das gleiche Spiel„? Sie seufzen innerlich und wünschten, es würde wenigstens diese eine Mal anders laufen? Und doch gelingt es Ihnen nicht, aus dem Karussell auszusteigen und der Situation einen neuen Verlauf zu geben?

Keine Sorge, Sie sind in guter Gesellschaft. Den Großteil unseres Lebens bestreiten wir im Autopilot-Modus. Dafür sorgen im Gehirn gespeicherte Muster, die wir nutzen, um uns in der Welt zurechtzufinden. Wir brauchen diese Bilder, um Handlungen zu planen, Herausforderungen anzunehmen und auf Bedrohungen zu reagieren. Aufgrund dieser inneren Bilder erscheint uns etwas schön und attraktiv oder abstoßend und negativ. Innere Bilder beeinflussen, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen. Erst wenn wir beginnen diese inneren Bilder zu verändern, wandeln sich unsere Erfahrungen im Außen.

Die gute Nachricht ist, das unser Gehirn lebenslänglich veränderbar ist. Der Neurobiologe Gerald Hüther macht in seiner Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn Mut, unseren Impulsen zu vertrauen, sobald sie „Veränderung“ signalisieren. Auch wenn diese immer einen Angriff auf unsere innere Ordnung darstellt. Sobald wir eine Entscheidung gefällt haben und diese konsequent verfolgen, entsteht in unserem Gehirn eine neue Datenautobahn, auf der wir unser Ziel schnell erreichen. Sind wir bereit und willensstark genug, gelingt es uns, die durch Gewohnheit gebildeten Verschaltungen im Gehirn aufzulösen. Und das, obwohl unser Gehirn sein Bestes gibt, um das abgespeicherte Bild von unserer Welt aufrechtzuerhalten.

Wir müssen dazu lernen, die Welt nicht mehr nur abzuscannen oder durch eine enge Brille zu betrachten, sondern das, was draußen geschieht, in uns hineinlassen. Am schnellsten und nachhaltigsten gelingt die angestrebte Veränderung mit der Unterstützung durch einen professionellen Coach.

Nächste Blogbeiträge im März:
15. März „Raus aus den alten Schuhen – Jobwechsel und mehr“

29. März „Neues im Blick“

Die innere Balance und ihre Saboteure

Wie Life, Work und Sie selbst wieder ins Gleichgewicht kommen.

Stress, Hektik, Zeitmangel, Burn-out, Erschöpfung. Diese Worte begleiten das tägliche Tun und Sein vieler Menschen in unterschiedlicher Ausprägung. Oftmals ist schnell der Grund gefunden: Job, Chef, Kollegen, Partner, Kinder, Familie, Bildungssystem, Verkehrssystem, …der, die, das,… Irgendwas. Wir fühlen uns körperlich, geistig und seelisch nicht wohl. Kleine Auszeiten bringen keine Erholung, sondern werden zu einer weiteren Belastung. Wir können nicht mehr abschalten. Unerledigtes und Ungeklärtes sitzen uns im Nacken. Die Schuldfrage wird zum zentralen Thema für Abhilfe und Linderung.

Hier sind Sie, die „Schuldigen“:

Unser Antreiber. Er gönnt uns keine Pausen, sondern erinnert uns laufend an alles, was seiner Ansicht nach auf Erledigung wartet.
Unser Perfektionist. Er sorgt dafür, dass wir selbst die Messlatte für unsere Ergebnisse auf 120% legen.
Unsere Neiderin. Sie misst uns laufend an Menschen, die vermeintlich erfolgreicher, schlanker, schöner, wohlhabender, selbstbewusster, weltgewandter sind als wir.
Unsere Undankbare. Sie würdigt nicht, welch wertvoller und wunderbarer Mensch wir sind. 

Diese Kraftpakete unserer Persönlichkeit von Quälgeistern in wertvolle Ressourcen zu verwandeln, gelingt über die intensive Arbeit mit dem inneren Team.

Tipp: Die bewusste Beobachtung der Inneren Personen ist ein zentraler Baustein meiner Coachings.

Die Inneren Personen sind Bilder für Teilbereiche unserer Psyche, die immer mit starken Gefühlen verbunden sind. Der Antreiber z.B. übernimmt immer dann die Regie, wenn Sie sich vornehmen zu entspannen. Genau in diesen Momenten sorgt er dafür, dass Ihnen all die Dinge einfallen, die Sie schon so lange erledigen wollen. Er lässt Sie, statt auf dem Sofa gemütlich ein Buch zu lesen, an die ungebügelte Wäsche, den nicht gemähten Rasen oder anderes denken. Solange, bis Sie das Buch zur Seite legen und sich der vom inneren Antreiber auferlegten Pflicht stellen.

Autopilot: fristlos gekündigt!

Wir alle sind süchtig nach positiven Emotionen. Doch statt sie aus uns heraus laufend neu zu generieren, suchen wir immer wieder das „gleiche Glück“.

Unser Gehirn entscheidet in einem Bruchteil von Sekunden, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Diese Entscheidung basiert auf alten Erfahrungen und steuert unser Verhalten in stereotyper Form, ohne dass wir sie hinterfragen. So lehnen wir alles ab, was mit dem Etikett „negativ“ verbunden ist, ohne zu erkennen, dass keine Situation der anderen gleicht. In diesem Autopilot-Modus können keine neuen Erfahrungen entstehen. Erst wenn wir unsere Reaktionen in Frage stellen und erkennen, dass jeder Moment unseres Lebens neu und anders ist, können wir Veränderung generieren.

Dies ist nicht wichtig, wenn Sie nach der immer gleichen Marmeladensorte im Supermarktregal greifen, aber es ist von entscheidender Bedeutung, wenn in einem Ihrer Lebensbereiche Stress entsteht. Egal ob Mobbing, Burnout, Misserfolg, zwischenmenschlicher Konflikt – was uns auch widerfährt, es ist immer eine Aufforderung zu agieren und aufzuhören nur zu reagieren.